Auch am Gabentempel ist Treffsicherheit gefragt

Nachdem die über 1000 Schützinnen und Schützen ihre Treffsicherheit mit dem Gewehr bewiesen haben, gilt es nun gezielt einen der begehrten Preise auszuwählen. Am  offiziellen Festtag, übermorgen in Schüpfheim, sind die Erstrangierten im Wyberstich zur Ziehung am Gabentempel zugelassen.
Seit rund zwei Wochen weisen  neue, farbenprächtig leuchtende Fahnen über und entlang von Schüpfheims Strassen auf den Amts-und Wyberschiesset hin. Die nach und nach auch an den Häusern wehenden Flaggen bekunden ferner die Erwartung und Vorfreude auf das Fest. Aber auch hinter den Kulissen und in den Gebäuden wurde einiges vorbereitet.
Gabentempel mit 700 Gaben erstellt
Ein wesentlicher Bestandteil des Festes bildet der mit 700 Gaben bestückte, prächtige Gabentempel im Dorfschulhaus. Dieser wurde vom Gabenkomitee unter Luzia Felder in aufwändiger Arbeit mit viel Geschick und dekorativem Flair errichtet. Nachdem sich die ambitionierten Schützinnen und Schützen sowie alle Interessierten an den öffentlichen Besichtigungen von der Vielfalt und Fülle der Gaben überzeugen konnten und sich am, Mittwoch, 20. Mai von 16.30 bis 20 Uhr noch einmal ein Bild machen können, ist es an Auffahrt, übermorgen Donnerstag, 21. Mai soweit: Die Erstrangierten werden zur Ziehung der begehrenswerten Preise zugelassen.
Bestplatzierte mit 100 bis 93 Punkten

Um 16.30 Uhr findet das erste Absenden im Wyberstich statt. Das Gabenkomitee bittet die gabenberechtigten Schützinnen und Schützen, sich zu den angegebenen Zeiten (siehe Kästchen) mit dem Schiessbüchlein zur Gabenziehung im Dorfschulhaus einzufinden. Es werden keine Gaben reserviert oder nachgesandt. Das zweite Absenden im Wyberstich sowie das Absenden im Amtsstich findet am Samstag, 30. Mai ab 10 Uhr statt.
Alt Bundesrat Samuel Schmid zu Gast
Der offizielle Tag, an Auffahrt, 21.Mai, bietet aber auch all jenen erlebenswerte Höhepunkte, die dem Schiesssport wenig abgewinnen oder der Tradition des Amts-und Wyberschiesset ohne Gewehr Sympathien zusprechen. So darf um 14 Uhr ein grosser Festzug durchs Dorf zur Regionalen Sportanlage Moosmättili erwartet werden, wo um 14.30 Uhr der Festakt mit Übergabe der Amtsschützenfahne und Proklamierung der Schützenkönigin und des Schützenkönigs statt findet. Besonders darf sich die Festgemeinde alsdann auf die Festansprache von Alt Bundesrat Samuel Schmid freuen.
Nidlekaffee für Wyber und Meitschi

Nach dem Festakt wird zum Nidlekaffee mit musikalischer Unterhaltung im Hotel Adler und Restaurant Rössli eingeladen. Die Lokale sind traditionsgemäss für die holde Weiblichkeit, bzw alle Gabenspenderinnen reserviert, die im Wert von mindestens 40 Franken zum Gabentempel beigetragen haben. Zum Unterhaltungsabend um 20. 15 Uhr im Hotel Adler ist dann wieder jedermann herzlich eingeladen. Bei Kurzweil mit der Blaskapelle Schüpfig Lüpfig, mit Lukas Studer, Comedy, dem Büchelduett Ruedi Stalder / Urs Zihlmann und dem Alleinunterhalter Martin Sumi, wird ein froher Ausklang des Festtags verheissen. Das detaillierte Programm mit sämtlichen Angaben zum offiziellen Tag  wurde allen Haushaltungen zugestellt. Das OK freut sich auf viele Festbesucher und wünscht allen eine gesellige und unvergessliche Krönung des Amts- und Wyberschiesset 2009.

Sonderseite im Entlebucher Anzeiger vom 1. Mai 2009

Festwein Amts- und Wyberschiesset 2009 lanciert

Bestrebt, am Amts-und Wyberschiesset 2009 auch kulinarisch ins Schwarze zu treffen und mit edlen Tropfen zum ehrwürdigen und gesellschaftlichen Rahmen des traditionellen Festes beizutragen, haben Chargierte des engeren Organisationskomitees, des Amtsschützenrates und des Wirtschaftskomitees kürzlich den offiziellen Festwein lanciert. Genau genommen handelt es sich um zwei erlesene Weine, einen Cuvée Blanche de l'Abbaye aus dem Wallis und einen Waadtländer Epesses Rouge, welche für den regionalen Grossanlass ausgewählt wurden. Die Degustation und Freigabe des weissen und roten Festweines erfolgte im Wein- und Getränke-Center von Roland Worni in Schüpfheim, der die Festlichkeiten des Amts- und Wyberschiesset 2009 als Sponsor namhaft unterstützt. Die in fast allen Gaststätten des durchführenden Hypothekarkreises sowie in der Schützenstube Flühli und im Geschäft von Roland Worni vorrätigen (Fest-)Weine erfreuen in eleganten Halbliterflaschen mit speziell kennzeichnender, grün-weisser Etikette. Die mit Sponsor Roland Worni auf einen guten und erfolgreichen Amts-und Wyberschiesset 2009 anstossenden Repräsentanten Roland Niklaus, Roland Röösli, André Dahinden, Daniel Schenker, Hanspeter Schöpfer, Josef Thalmann und Fabian Niklaus (Reihenfolge von rechts) wünschen im Namen des Organisationskomitees allen Schützinnen, Schützen und Festbesuchern "Prosit", "Gut Schuss" sowie frohe Stunden vor, während und nach den bewegenden Schiess- und Festanlässen in Schüpfheim und Flühli.

Textbeitrag für den Entlebucher Anzeiger vom 21. April 2009

Schüpfheim als Durchführungsort

Der Amts-und Wyberschiesset 2009 wird von den Schützenvereinen des Amtskreises Flühli und Schüpfheim organisiert und im Amtshauptort durchgeführt. Schüpfheim sieht dieser ehrenvollen Aufgabe mit grosser Freude und entsprechendem Pflichtgefühl entgegen. Das Organisationskomitee unter der Federführung von Roland Niklaus setzt alles daran, den weit über tausend Schiessenden mit gegen 500 Frauen alles für einen erfolgreichen, frohen Anlass zu bieten.

Wyber und Meitschi sind wie folgt schiessberechtigt:

  • Solche, die im festgebenden Amtskreis wohnen, ungeachtet der Dauer ihres Wohnsitzes im Amtskreis, wenn sie am diesjährigen Fest als Gabenspenderinnen (ab 18. Altersjahr, Volljährigkeit) figurieren (Gabenwert mindestens  Fr.40 .-).
  • Solche aus den anderen  Amtskreisen, die Entlebucherinnen sind oder wenigstens drei Jahre vor dem Amts-und Wyberschiesset den gesetzlich geregelten Wohnsitz im Entlebuch haben. Sie bezahlen den Stichpreis im Wyberstich ( Fr.22 -).
  • Solche, die mit der Geburt ein Entlebucher Bürgerrecht erhalten haben. Sie bezahlen ebenfalls den Stichpreis im Wyberstich (Fr. 22.-)
  • Die schiessberechtigten Wyber und Meitschi können alle Stiche gegen Barzahlung der festgesetzten Stichpreise lösen.

Erstmalschiessende:

  • Erstmalschiessende bezahlen einen einmaligen Beitrag von 12 Franken. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, wird allen am Festort weniger bekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmern empfohlen, von der zuständigen Gemeindekanzlei einen schriftlichen Ausweis über ihre Heimatberechtigung, resp. über ihren wenigstens dreijährigen gesetzlich geregelten Wohnsitz im Amt Entlebuch mitzubringen.

Frauen und Meitschi treten auch als Spenderinnen am "Amts- und Wyberschiesset" auf

Eine Tradition, die sich bis in die Gegenwart durchsetzte und den Anlass auszeichnet

Alle drei Jahre steht dem Entlebuch mit dem Amts- und Wyberschiesset ein traditioneller Brauch ins Haus. Dessen Ursprung und Eigenart reichen weit in die Vergangenheit zurück und leben in einem Ereignis fort, welches bis in die Gegenwart bestehen konnte und bewusst gepflegt wird. Als Durchführungsorte kommen abwechslungsweise die Hypothekarkreise Schüpfheim, Entlebuch und Escholzmatt zum Zuge. Im Frühjahr 2009 fällt die Durchführung nach neun Jahren wieder dem Amtshauptort Schüpfheim zu. Diese Ehre spornt zu umfassenden Vorbereitungen in allen Bereichen an. Eine ursprüngliche Aufgabe stellt die Gabensammlung bei den Frauen und Töchtern - im damaligen Sprachgebrauch Wyber und Meitschi genannt - dar. Sie, übernahmen beim Verschwinden des Patriziats zur Zeit der Französischen Revolution 1798 das Bereitstellen vielfältiger Gaben, um deren Gewinn die Männer beim Schiessen wetteiferten. Seitdem  erachtet es das "zarte Geschlecht" als hohe Ehre, dem Beispiel der vormals zuständigen gnädigen Herren von Luzern zu folgen und den Schützen mit begehrenswerten Bar-und Naturalgaben etwas Rechtes zu bieten.

An dieser bedeutenden Tradition wird festgehalten, wenn die Wyber und Meitschi bis heute in einem Schreiben des Gabenkomitees aufgerufen werden, durch das Spenden von  Bar- und Naturalgaben zu einem reichhaltigen und attraktiven Gabentempel beizutragen. Besonders möchten auch die jungen Frauen und Töchter mit diesem alten Brauch vertraut gemacht und angesprochen werden. Bezeichnend ist, dass sich die Wyber und Meitschi nicht nur als edle Gabenspenderinnen am Festanlass beteiligen, sondern auch aktiv als Schützinnen hervortreten sollen. Ermuntert werden die gabenspendenden Frauen und Töchter nicht zuletzt auch durch die Einladung zum gratis gewährten Wyberstich sowie zum Nidlekaffee am offiziellen Festtag (Donnerstag /Auffahrt 21. Mai). Vorausgesetzt wird allerdings ein Mindestwert der Gabe von 40 Franken.

Das Abholen der Gaben durch die Gabensammler erfolgt im Monat März.

Das Gabenkomitee dankt jetzt schon allen Gabenspenderinnen ganz herzlich für ihre Bereitschaft, mit einer begehrenswerten Gabe zu einem  prächtigen Gabentempel beizutragen.